Als die Argentinier die Banken stürmten

09 Oct
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Cristina Fernández de Kirchner ist schwierige Auftritte gewohnt. Das hat dic argentinische Prasidentin jüngst auf dem Parkett der New Yorker Wall Street bewiesen. Ihr strahlendes Lachein und dic Pose des Aufbruchs haben fur einen Moment vergessen lassen, dass Argentinien sek dem Staatsbankrott Ende 2001 international gemieden wird.

Argentinien, so scheint es, hat dic Krise von 2001 hinter sich gelassen. Doch das rosige Bild, das in der heimischen Presse kursiert, verspricht mehr, als dic Priisidentin halLen kann. Auch sechs Jahre nach dem Staatsbankrott leidet das Land un- ter dem Erbe der Pleite.

Nach Ansicht des Okonomen José Luis Espert von der Beraterfirma Espert & Asociados künnten dic Nachwirkungen der Krise dazu beitragen, dass Argentinien schon baid in cine neue Krise rutscht. ,,Seit mehr als fünf Jabren investieren aushiindische Investoren nicht mehr in Argentinien", sagt Espert. Denn das Vertrauen der Investoren habe durch den grüten Staatsbankrott der jüngeren Geschichte gelitten. Das Land benütige dringend internationale Geldgeber, um ausstchcndc Schuldcn zu LOgen. Ohne auslandisches Kapital künne Argentinien schon 2010 erneut zahlungsunfahig wcrden.

Argentinien droht damit innerhalb weniger Jabre von cine Krise in dic andere zu rutschen. Nach Ansicht des Barclays-Capital-Okonomen Eduardo LevyYeyati ist dic Krisenanfalligkeit des Landes jedoch nicht auf das Erbe der Vergangenheit zurückzuführcn, sondern auf dic Wirtschafts- und Finanzpolitik der jeweihigen Regierung.

In den 9Oer-Jahren hatte Argentinien einen Schuldenberg angeháuft, der sich 2001 auf 144 Mrd. $ summierte. Zudem stagnierte dic Wirtschaft vier Jabre lang. Der Peso war gegenaber dem Dollar Oberbewertet, weil er eins zu eins an den Dollar gekoppelt war. 2001 rissen dic schwache Wirtschaft und der Schuldendienst em Loch von 11 Mrd. $ in dic Haushaltskasse.

Der Internationale Wahrungsfonds zahlte cine Kredittranche nicht mehr aus. Eme massive Kapitalflucht setzte em, Anleger zogen ibre Ersparnisse von den Konten ab, um diese in Dollar zu horten. Das Bankensystem stand auf der Kippe. Um cinen Zusammcnbruch zu vcrhindern, vcrfügte dic Regierung das Einfrieren von Bankkonten. Es kam zu Streiks und Plünderungen. Im Dezember 2001 crklarte dic Regierung des nur cine Woche amtierenden Prásidenten Adolfo Rodríguez Saá den Zahlungsausfahl.

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